Automesse in München: Neuer Name, gleicher Protest

Die Sonne knallt vom Himmel und lässt die weißen Maleranzüge der Aktivist:innen leuchten. In der dritten Reihe der Demonstration weht eine schwarze Fahne im Wind. Darauf zu sehen: ein brennender Autoreifen, das Symbol des “No future for IAA”-Bündnisses. Auch die Transparente der Aktivist:innen sind schwarz. Gemeinsam mit den schwarzgekleideteten Polizist:innen, die vor und neben der Demo im Spalier laufen, zeigt sich so ungewohntes Bild: ein weißer Block mit schwarzem Rahmen. Von der Theresienwiese ziehen sie los, um sich den öffentlichen Raum anzueignen, wie auf dem Fronttransparent zu lesen ist. Und um die IAA zu blockieren und zu stören.

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) gibt es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts und gilt heute als eine der größten und international bedeutendsten Auto-Fachmessen. Seit den 1950er Jahren fand die Ausstellung des Verbands der Automobilindustrie alle zwei Jahre in Frankfurt am Main statt, zuletzt 2019. Die Nutzfahrzeuge haben seit 1991 alle zwei Jahre eine eigene Ausstellung in Hannover. Vom 7. bis 12. September 2021 findet die IAA zum ersten Mal in München statt. Mit neuem Image soll der “IAA MOBILITY Summit”, wie die Ausstellung nun heißt, die neuesten Mobilitätslösungen “auf dem Weg zur Klimaneutralität” präsentieren. Vogelgeräusche und Wände aus Pflanzen sollen das vor Ort deutlich machen.

Neu ist auch, dass Fahrradherstellern Platz geboten wird, ihre neuesten Produkte zu präsentieren, darunter zahlreiche E-Bikes und Lastenräder. Die Messe beschränkt sich dabei nicht nur auf das Messegelände sondern hat in der ganzen Stadt verteilt Ausstellungsorte, sogenannte Open Spaces.

Klimaaktivist:innen halten allerdings wenig von den Versprechen der Autoindustrie. “Was auf der IAA abgezogen wird, ist einfach eine skandalöse Lügenshow”, erklärt Lola Löwenzahn, Pressesprecherin vom Aktionsbündnis Sand im Getriebe. “Die Autokonzerne tun so, als würde ihnen Klimaschutz am Herzen liegen. Dabei eskalieren sie die Klimakrise durch immer mehr und immer größere Autos”. Lola erklärt weiter, dass nur ein geringer Teil der neu zugelassenen Autos tatsächlich einen E-Antrieb habe und auch der Umstieg auf E-Autos alleine zu kurz gedacht sei. “Wenn wir alle Autos einfach durch E-Autos ersetzen, dann überschreiten wir trotzdem das CO2-Ziel”, so Lola. Die Gegner:innen der Messe wollen keine Antriebswinde, sondern eine grundlegende Mobilitätswende.

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