Kein ruhiges Bergedorf

Knapp 200 Antifaschist:innen sind am Samstagabend einem Aufruf nach Hamburg-Bergedorf gefolgt, um dort gegen rechte Netzwerke und Aktivitäten im Bezirk zu demonstrieren. "Die NPD gibt sich Büger:innennah, aber hetzt gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt. Sie verfolgen Antifas und versuchen sie einzuschüchtern", heißt es in einer Rede. "Das zeigt einmal mehr, dass wir uns nicht nur in den Szenekiezen engagieren müssen, sondern auch in den Randbezirken." Verschiedene linke Gruppen aus dem anarchistischen Spektrum hatten im Vorfeld mit einem Zitat von Danger Dan für die Demo mobilisiert: "Wenn du friedlich gegen die Gewalt nicht ankommen kannst, ist das letzte Mittel das uns bleibt Militanz." Der Aufruf war auch der NPD Hamburg zu Ohren gekommen, weshalb sie sich im Vorfeld auf ihrer Webseite über den "bunten Mob" echauffierten. In dem kurzen Text regen sich die NPDler darüber auf, dass solch eine Demonstration nicht verboten wird und fragen sich, warum eine"solche Haß-Demo (sic!)" überhaupt stattfindet. Die Antwort liefert die NPD gleich im nächsten Satz, in dem sie sagt, Parteien wie die NPD würden bei den Bergedorfern immer mehr Anklang finden.

Vor Ort war von rechten Akteur:innen recht wenig zu sehen, nur einzelne Personen ließen sich kurz in sicherer Entfernung zur Demonstration blicken. Die Antifaschist:innen hingegen zogen als schwarzer Block durch die Straßen von Bergedorf, skandierten Parolen gegen rechts und für den Anarchismus. Immer wieder zündeten sie Pyrotechnik - auch nach der Aufforderung der Polizei, dies zu unterlassen. Die Parolen und Transparente hatten einen ähnlichen Tenor, wie der Aufruf zur Demonstration. So zogen die Demonstrant:innen mit Sprüchen wie "Ohne Polizei, wäre Bergedorf schon lange nazifrei" durch die dunklen Straßen. Viele Anwohner:innen schauten aus ihren Fenstern, die Polizei filmte die Versammlung, schritt aber nicht weiter ein.